Am Anfang des 21. Jahrhunderts
sind wir aufgefordert, die Leitlinien
für Architektur und Städtebau zu definieren,
die den Herausforderungen dieses Jahrhunderts
gerecht werden.

Ines Miersch-Süß

Arbeitsfelder

Städtebau und Architektur 21

2019 begeht das Bauhaus, das die Architektur und Städtebauideen für das 20. Jahrhundert maßgeblich prägte, seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass werden in diesem Jahr gleich drei Museen in Deutschland eröffnet (Weimar, Berlin, Dessau), und spätestens dann wird das Bauhaus Teil der Architekturgeschichte.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts sind wir nun aufgefordert, die Leitlinien für Architektur und Städtebau zu definieren, die den Herausforderungen dieses Jahrhunderts gerecht werden.

Die Arbeit der MSAO FUTURE FOUNDATION ist auf das Thema STÄDTEBAU UND ARCHITEKTUR 21 ausgerichtet.

„Es ist klar, dass unsere Kulturbeziehungen und Bildungspolitik im Zeitalter der Globalisierung nicht allein durch ästhetische Kriterien bestimmt werden können, sondern sich auch mit sozialen Fragen befassen.”

Frank-Walter Steinmeier
in seinem Aufsatz Global Challenges, Order and Responsibility in Stories, Relations, Perspectives:
„It is clear that, in this age of globalization, our cultural relations and education policy cannot be informed by aesthetic criteria alone, but must also address social issues.” (Original)

COMMUNITY BUILDING

Bibliotheken / Januar 2019

Im April 2018 fand die offizielle Eröffnung der Qatar National Library statt. Ein offener Raum mit vielen Angeboten rund um das Thema Buch: ein Museum, ein offenes Buchregale-Magazin, ein Co working space, ein Auditorium, mal Kino mal Theater, Studierzimmer, Lounges, Café und mehr fügen sich in einem Raum aneinander, frei im Raum gestaltet, nebeneinander, ineinander übergehend. Die MSAO FUTURE Foundation veranstaltet zwei Podiumsdiskussionen zur Veränderung der Gemeinschaft und Architektur im 21. Jahrhundert. Im Video stellt Rem Koolhaas zur Einführung in die Diskussion sein Projekt vor.

17.1.2019 · Bibliotheken im 21. Jahrhundert –
wie sie unsere Gemeinschaft und die Architektur verändern

© MSAO FUTURE FOUNDATION / DANIEL KOCH

Eine Kooperationsveranstaltung mit der SLUB
(Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek)

Im April 2018 fand die offizielle Eröffnung der Qatar National Library statt. Ein offener Raum mit vielen Angeboten rund um das Thema Buch: ein Museum, ein offenes Buchregale-Magazin, ein  Co working space, ein Auditorium, mal  Kino mal Theater, Studierzimmer, Lounges, Café und mehr fügen sich in einem Raum aneinander, frei im Raum gestaltet, nebeneinander, ineinander übergehend. Im Podium stand eben diese Veränderung im Mittelpunkt. Vincent Kersten, Claudia Lux, Achim Bonte, Georg Gewers haben gemeinsam über diese Veränderung der Bibliothek hin zu einem Bauen für die Gemeinschaft diskutiert.

© MSAO FUTURE FOUNDATION / DANIEL KOCH

FAZIT DIESES ABENDS

  • Bibliotheken nehmen als Träger der verlässlichen Information eine neue bedeutende Rolle unter den Bauten für die Gemeinschaft im 21. Jahrhundert ein. In einer virtuellen Informationswelt machen sie Wissen verlässlich, kostenfrei und gemeinschaftsbildend für die breite Gesellschaft verfügbar.  
  • Die Veränderung der Nutzung findet in rasantem Tempo statt. Alles wird auf den Kopf gestellt und sortiert sich neu. Neue flexible Arbeitswelten schaffen neue Perspektiven für Gemeinschaft.  
  • Architektur ist Politik. Politik und Architektur müssen sich ihrer Rolle bewusst sein, die diese Veränderung in der Hand hat, gestaltet und erst ermöglicht.
  • Die Geschwindigkeit der Veränderung ist so groß, dass das Umbauen, das Neuerfinden von Raum permanent möglich sein muss. Erst durch diese Flexibilität wird das Bilden der neuen Gemeinschaft im 21. Jahrhundert Realität.

23.1.2019 · Digitale Welten in der Bibliothek –
wie sie unsere Gemeinschaft und die Architektur verändern

Eine Kooperationsveranstaltung mit der DNB (Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig)

Im April 2018 fand die offizielle Eröffnung der Qatar National Library (#QNL) statt. Das Konzept der Neuen Katarischen Nationalbibliothek schließt eine Vielfalt neuer digitaler Anwendungen für Besucher aller Altersstufen ein. Die Bibliothek selbst ist ein Hightech HUB digitaler Vernetzung. Eine „Smart-Architecture“, die das Kulturelle Erbe in eine aktuelle Wissenswelt weiterdenkt.



Im Podium stand eben diese Veränderung im Mittelpunkt. Christian Bergmann, Benedikt Schulz, Claudia Lux, Michael Fernau, Ulrich J. Schneider haben gemeinsam mit dem Moderator Thomas Bille über diese Veränderung der Bibliothek hin zu einem Bauen für die Gemeinschaft diskutiert.

© MSAO FUTURE FOUNDATION / DANIEL KOCH

FAZIT DIESES ABENDS

  • Digitale Welten in der Bibliothek bringen einen neuen emotionalen Faktor ein und gestalten Wissensaneignung durch vielfältigen Zugang. Neues Wissen wird generiert. Wissen als Motor für Kreativität wird in den Mittelpunkt gestellt.
  • Digitale Welten machen Abläufe in Bibliotheken sicher und führen zu mehr Transparenz und Zugang zu allen Bereichen dieser Wissensarchive. Partizipation ist die neue Herausforderung; d.h. Zugang zu Information und Wissen für alle Generationen und gesellschaftlichen Schichten
  • Architektur ist Politik. Sie steht vor der Aufgabe, diese sich wandelnde Nutzung als neue Praxis der Bibliotheken im Entwurfs-, Planungs- und Bauprozess zu moderieren.
  • Die Geschwindigkeit der Veränderung ist so groß, dass das Umbauen, das Neuerfinden von Raum permanent möglich sein muss. Erst durch diese Flexibilität wird das Bilden der neuen Gemeinschaft im 21. Jahrhundert Realität. 

COMMUNITY BUILDING ist ein Format der MSAO FUTURE FOUNDATION im Arbeitsfeld Städtebau und Architektur im 21. Jahrhundert. Wir wollen den neuesten Entwicklungen, Herausforderungen und Aufgaben an die Architektur für das 21. Jahrhundert nachgehen und diese zur Diskussion in die Mitte der Gesellschaft rücken.

Der Lesesaal war über Jahrhunderte das Herzstück einer Bibliothek. Als Studierzimmer mit streng geordneten Bankreihen, in denen sich jeder für sich (allein) seiner Bücherauswahl widmet und  liest. „Leise, still und sehr akademisch“ dafür stand die Aura einer Bibliothek - ein Ort der konzentrierten Ruhe, geordnet, als Struktur mit klar getrennten Funktionen.

Bibliotheken haben sich in den letzten 20 Jahren still und leise verändert.

Sie sind mehr als je zuvor Publikumsmagneten. Sie haben sich früh und bewusst auf die Veränderungen der Digitalisierung eingestellt, haben die veränderten Bedürfnisse Ihrer Nutzer nach Arbeiten in Gemeinschaft erkannt und dafür neue Raumkonzepte entworfen. Es ist die Basis einer Bibliothek wie sie im 21. Jahrhundert fortbesteht und sich neu erfindet mit unglaublicher gesellschaftlicher Akzeptanz.

GEDANKEN ZUM BAUHAUS 100

2019 begeht das Bauhaus, das die Architektur und Städtebauideen für das 20. Jahrhundert maßgeblich prägte, seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass werden in diesem Jahr gleich drei Museumsneubauten in Deutschland eröffnet (Weimar, Berlin, Dessau), und spätestens dann wird das Bauhaus Teil der Architekturgeschichte. Und das ist gut so!

Ines Miersch-Süß

Architektin
MSAO Miersch Suess Architectural offices

Präsidentin
MSAO FUTURE FOUNDATION

Dresden, 16.10.2018

  1. Nur wer loslässt kann Neues schaffen.

  2. Bauhaus bleibt als Vintage für Romantiker und ewig Moderne.

  3. Die Bauhaus Errungenschaften gehen nicht verloren.

  4. Im 21. Jahrhundert müssen Architekten ihre Rolle in der Gesellschaft neu hinterfragen. Geht es um Design? Le Corbusier, Gropius und andere, sie wollten nur eins: Licht, Sonne und gute soziale, hygienische Lebens- und Arbeitswelten für alle. Ausgehend von den teilweise mittelalterlichen Verhältnissen in den Industriestädten Anfang des 20. Jahrhunderts vereinfachten sie das Bauen. Diese Stilkrönung, die bis Ende der 60iger die Gesellschaft in allen Teilen erreichte, zog ab den 70igern dann mit Serienprodukten leider auch den Anfang von Design als beliebige Massenware nach sich. Design, Architektur, Bauen wurde mit der Moderne und Postmoderne liberalisiert. Es entstehen mehr Restaurierungen, Rekonstruktionen, Bauträger Siedlungen, Industriegefertigte Fertigbauten und vieles mehr.

  5. Die Überlieferungen des Bauhaus in seinen Archiven und Sammlungen kann im 21. Jahrhundert eine der Lehrrollen übernehmen für Kreativität und Ingenieur-Think-Tank um Neues zu erschaffen, Risiken einzugehen, Wagnis und Experiment ohne Grenzen – das alles muss präsent bleiben und für die nachfolgenden Generation sichtbar bleiben, damit die Gestaltungsmöglichkeit zur (gesellschaftlichen) Veränderung gegenwärtig bleibt.

  6. Die Rolle von Architekten kann es nicht sein, sich der Gesellschaft zu ergeben. Wir müssen in den Leitbildern wieder führen, Kraft und Motor sein, aber nicht als Stararchitekten, sondern mit visionären Impulsen für die Gesellschaft.

  7. Wichtige Impulse formulierte Frei Otto, der 2015 verstorbene Architekt und einzige deutsche, aus Sachsen stammende Träger des Pritzker-Preises und des Praemium Imperiale für Architektur. Zu lesen sind diese Impulse in seinem Text: Architektur der Zukunft

  8. Am Anfang des 21. Jahrhunderts sind wir - die Architekten - nun aufgefordert, die Leitlinien für Architektur und Städtebau zu definieren, die den Herausforderungen dieses Jahrhunderts gerecht werden.

  9. 2019 wäre ein gutes Jahr, um damit ernsthaft anzufangen.

Lebt das Bauhaus noch?

Ein Beitrag von Ines Miersch-Süß im Deutsches Architektenblatt.

„Unbedingt und dringend! Es ist höchste Zeit für einen Neuanfang.“

Ingrid Otto, Ehefrau und Witwe Frei Ottos
auf die Frage nach ihrer Sicht auf das Bauhaus Jahr 2019 und
der Notwendigkeit einer neuen Architektur-und-Städtebau-Charta
für die Gestaltung der Zukunftsthemen im 21. Jahrhundert.

Die Zukunft hat schon begonnen

Herausgeber und Autoren: Reinhardt Erfurth, Christine Otto-Kanstinger

Ein Auszug aus dem Buch.

Ines Miersch-Süß mit Christine Otto-Kanstinger zur Erstpräsentation des Buches Frei Otto Die Zukunft hat schon begonnen, die letzten Interviews, Januar 2018, Chemnitz